Lettland will sich sprachlich stärker nach Europa orientieren - seit diesem Schuljahr darf Russisch an Schulen nicht mehr als Fremdsprache unterrichtet werden. Besonders populär wird stattdessen: Deutsch.
…

    • Successful_Try543@feddit.orgOP
      link
      fedilink
      arrow-up
      4
      ·
      8 days ago

      Das bezieht sich wohl, frei nach Adenauer, auf die kulturelle und politische Grenze. Man hätte besser “nach Westen” geschrieben.

    • syvash@sopuli.xyz
      link
      fedilink
      arrow-up
      4
      ·
      8 days ago

      Nach deren Auffassung sind sie eher Teil von Eurasien, “от Владивостока до Лиссабона”.

      Geographisch sowie kulturgeschichtlich aber klar, die russ. Metropole und Westrussland sind Teil Europas.

      • Linke Socke@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        2
        arrow-down
        3
        ·
        8 days ago

        Interessant. Dass sich Russland auf Eurasien bezieht, höre ich hier zum ersten mal. Wenn das stimmt, ist das nicht sogar tatsächlich korrekter? Nach meinem Kenntnisstand, heißt der Kontinent technisch gesehen wirklich so. Was genau „Europa“ oder „Asien“ sein soll, frage ich mich schon ewig. Blickend auf die Kontinentalplatten ist diese Grenze vollkommen beliebig gezogen. Habe schon öfter nachgedacht, ob das historische Hintergründe hat, wo sich der weiße „Europäer“ einfach nur künstlich abheben wollte vom „Asiaten“. Überbleibsel der europäischen Kolonialgeschichte vielleicht.

        • geissi@feddit.org
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          3
          ·
          7 days ago

          heißt der Kontinent technisch gesehen wirklich so

          Nein, technisch gesehen heißt die Eurasische Platte so und die Kontinente Europa und Asien heißen anders.
          Das liegt daran, dass es zwar einen Zusammenhang zwischen tektonischen Platten und den Kontinenten gibt, sie aber nicht das gleiche sind.

          Blickend auf die Kontinentalplatten ist diese Grenze vollkommen beliebig gezogen.

          Die Grenze ist auch nicht auf Basis von Plattentektonik entstanden, genausowenig wie die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich.

          Überbleibsel der europäischen Kolonialgeschichte vielleicht.

          Der Begriff Europa stammt aus der Antike und das man Regionen Namen gibt, ist ein weltweites Phänomen, das nichts mit Kolonialismus zu tun hat.

          • Linke Socke@feddit.org
            link
            fedilink
            arrow-up
            1
            ·
            edit-2
            7 days ago

            Du bestätigst damit tatsächlich was ich mit völlig Beliebig meinte. Es hat nichts mit den Platten zutun. Richtig. darüber Beschwer ich mich. Die Grenzen sind gezogen anhand anderen Imaginären ländergrenzen die auch von keiner Bedeutung sind. Wenn ich eine beliebige Entscheidung mit einer anderen begründe bleibt sie ja beliebig.

            Und das letzte war nur eine spontane Spekulation. Danke dafür.

            Edit: sorry. Gerade erst aufgestanden und hab mich verlesen. War direkt verwirrt wie Frankreich und Deutschland überhaupt im geringsten dazu passen soll. aber du sagtest nicht. Ja ok random vergleich dann. Dann hab ich kp was du sagen willst. Was hat die imaginäre Grenze zwischen Frankreich und Deutschland hiermit zutun. Falls du nur zeigen wolltest dass es genauso wie die eine Politische Grenze ist, bleibt mein Punkt aufjedenfall auch gleich. Und das sagte der andere User ja auch bereits

        • syvash@sopuli.xyz
          link
          fedilink
          arrow-up
          3
          ·
          edit-2
          8 days ago

          Wegen “weißer Europäer”, ich weiß aus eigener Erfahrung dass “westeuropäer” wohl Antislawismus zeigen

          Aber als “Slawe” selber, würde ich sagen

          Nach meiner Einschätzung spielen die russischen Kulturgeschichtlichen Narrativen mit den “Asiaten-Horden” selber.

          Von dem Trauma des “tatar-mongol Jochs”, über die “zivilisierene Mission des Autokraten/des Sowjetischen Menschen” gegenüber den “barbaren” Zentralasiens, Kaukassus, Siberien und Taiga, und bis zu dem narrativ “ja, wir erben viel in der Geschichte unserer Staatlichkeit von der Goldenen Horde, und das macht uns stärker als die pseudo-zivilisierte Anglo-Sachsen”

          Ist schon interessant


          Nachtrag:

          Also der Punkt von diesem Beitrag war

          westliche Selbsteinschätzung als “den da im Osten” überlegen zu sein, ist ein echtes Problem.

          die russen jetzt als Opfer europäischer Rassismus zu framen ist aber komisch. Die Einwohnerinnen des “Marks”/“Puffergebiets” zwischen Berlin und Moskau/Petrograd sind opfer westeuropäischer Rassismus, wohl. “russisch” bleibt aber die titulare Kultur eines der größten und mächtigsten u.a. kolonialen Imperien der Geschichte (und des Gegenwarts).

          Die da in Moskau erzählen auch rassistissche Witze über Westeuropäer. Und wohl über uns alle zwischen Moskau und Berlin.

          • Linke Socke@feddit.org
            link
            fedilink
            arrow-up
            2
            ·
            8 days ago

            Ich wollte keineswegs Russland als Opfer framen.

            Wenn ihr “Eurasian” wie du im anderen Kommentar sagst, immernoch wenig mit den Platten zutun hat ist das ganz genauso Humbug.

            Ich habe nur geäußert wie diese Trennung auf mich Wirkt. Diesen künstlichen unterschied zieht man ja genauso auch auf jedes weitere Asiatische Land.

        • syvash@sopuli.xyz
          link
          fedilink
          arrow-up
          3
          ·
          8 days ago

          Les gerne über den russ. Eurasianismus nach, weiterentwickelt von Dugin et al

          Ist eine politische Kategorie, genau wie “Europa”; mit den Kontinenten eigentlich nur wenig zu tun

          Geht eng zusammen mit den Konzepten von “Russlands eigener, besonderer Weg”

          War viel unterwegs (der Konzept) in der russ. national-bolschewistischen/rechten Szene; auch z.B. in der Ukraine vertreten als eine variante der konservativen strömungen die in die Richtung der “heiligen Ruthenien” gehen (statt rechtskonservative USSR 2.0 oder lächerliche fringe Gedanken über “elektiven monarchismus”)

  • Linke Socke@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    9
    arrow-down
    2
    ·
    9 days ago

    Darf? Also es komplett verbieten find ich etwas übertrieben. Man hätte es ja als Optionales Wahlfach zulassen können wie man hier ja auch seine 3. Fremdsprache selber aussuchen darf wenn es das Angebot gibt. Die Option zu verbieten ist wild.

    • syvash@sopuli.xyz
      link
      fedilink
      arrow-up
      4
      ·
      8 days ago

      Ist eine vorübergehende Maßnahme, höchstwahrscheinlich. In 10-20 Jahren wird man es nicht mehr brauchen.

      Es ist schwierig, Menschen im Westen so was zu erklären, da hat man wirklich nicht die Erfahrung der imperialen Oppression in ausreichenden Zahlen erlebt (geschichtlich)

      • syvash@sopuli.xyz
        link
        fedilink
        arrow-up
        2
        ·
        8 days ago

        Also halt ich stimme zu, ist nicht gut, idealerweise sollte sowas nicht geben.

        Aber ich verstehe es durchaus, auch als jemand der russisch als muttersprache hat. (Meine Großeltern nicht, aber ist ne andere Geschichte))

    • baleanar@discuss.tchncs.de
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      3
      ·
      8 days ago

      Reise mal dahin, besuche ein paar Museen und spreche mit Menschen über ihre Erfahrungen in der Besatzungszeit. Dann wirst du verstehen wie unwild das ist.

      Ich habe Freunde in den baltischen Staaten und was Ostdeutschland erlebt hat ist milde im Gegensatz zu deren Erfahrungen.

          • Linke Socke@feddit.org
            link
            fedilink
            arrow-up
            5
            ·
            8 days ago

            Klar. Ich mache Prinzipien aber nicht fest an individual Erfahrungen. Du kannst Sprachen nicht verbieten, und ich kann mir keine Erzählung vorstellen die das Rechtfertigen würde. Man brauch nicht anfangen eine Rassistische Phobie gegen eine spezifische Gruppe an Menschen und deren Sprache zu entwickeln nur weil der Staat der auch diese Sprache als Amtssprache hat ein Drecksstaat ist.

            • syvash@sopuli.xyz
              link
              fedilink
              arrow-up
              3
              ·
              8 days ago

              Du magst das als eine rassistische Phobie empfinden; für die die eine Grenze zu Rossija haben ist es eine Frage der Sicherheit, der existenziellen Sicherheit. Kultur ist eine Waffe, besonders in einem postkolonialen Kontext.

              Edit: außerdem “Schulunterricht einer Sprache einstellen” ist lange nicht “Sprache verbieten”

              • kossa@feddit.org
                link
                fedilink
                arrow-up
                1
                ·
                8 days ago

                Was ist denn aber der “technische” Hintergrund? Also, welche Gefahr entsteht konkret für die lettische Gesellschaft, wenn Kinder und Jugendliche Russisch lernen dürfen?

              • Linke Socke@feddit.org
                link
                fedilink
                arrow-up
                1
                ·
                8 days ago

                Du magst das als eine rassistische Phobie empfinden; für die die eine Grenze zu Rossija haben ist es eine Frage der Sicherheit, der existenziellen Sicherheit. Kultur ist eine Waffe, besonders in einem postkolonialen Kontext.

                Kultur als Waffe zu missbrauchen, lehne ich ab. Danke für die erläuterung.

                Edit: außerdem “Schulunterricht einer Sprache einstellen” ist lange nicht “Sprache verbieten”

                Gegen das Einstellen an sich habe ich mich auch nicht geäußert, sondern explizit über die formulierung im Artikel, dass es garnicht mehr unterrichtet werden darf. Das ist schon ein Verbot.

                • syvash@sopuli.xyz
                  link
                  fedilink
                  arrow-up
                  4
                  ·
                  8 days ago
                  1. ach Mensch, wenn wir nur Moskau gesagt hätten, dass wir ihr Missbrauch ihrer Kultur ( - die übrigens vom Imperialismus und Chauvinismus geprägt ist, aber das muss man differenziert betrachten, ein Schriftsteller/Kunstwert at a time - ) ablehnen!

                  Getting robbed? Just say no!

                  1. Wäre es mit deinen Prinzipien aber OK wenn das Lettische Bildungsministerium einfach den Unterricht einstellt und Änderungsanträge für Unterrichtsprogramme, die es wieder einführen möchten, ablehnt? “Darf/darf nicht” möge auch nirgends außer dieses Artikels stehen; verändert es denn die materielle Realität und die aktuell gelebte Erfahrungen vor Ort?
    • baleanar@discuss.tchncs.de
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      4
      arrow-down
      2
      ·
      8 days ago

      Russisch noch 40 Jahre nach dem Fall der Mauer zu zu lassen war schon ein Fehler. Kann man so sagen.

          • einkorn@feddit.org
            link
            fedilink
            arrow-up
            1
            arrow-down
            1
            ·
            8 days ago

            Weil Deutsch a) eine verhältnismäßig schwierige Sprache ist und b) im Vergleich weltweit wenige Türen öffnet.

            • Melchior@feddit.org
              link
              fedilink
              arrow-up
              1
              ·
              7 days ago

              Deutsch und Russisch dürften für Letten ähnlich schwer sein. Deutsch ist im DACH Raum super praktisch. Der ist relativ reich und für Letten als EU Bürger ein Gebiet mit dem man viele Kontakte haben dürfte.

              Russisch wird praktisch nur in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion oft gesprochen. Also einem vergleichsweise ärmeren Gebiet. Dazu geht es dort auch noch zurück. Gerade in der Ukraine die viele russisch Sprecher hat, wird es wohl durch den Krieg kaum seinen vorherigen Status beibehalten. Auch in vielen anderen Ländern der Sowjetunion lernen die Kinder mittlerweile Englisch statt Russisch in den Schulen. Sprich es wird in der Zukunft noch weniger wichtig.

              Ansonsten Chinesisch, Hindi oder Arabisch dürfte noch mal schwerer sein als Deutsch. An Europäischen Sprachen gibt es sonst noch Französisch und Spanisch, was halbwegs sinnvoll ist. Wobei bei Spanisch die meisten Sprecher in Lateinamerika leben und Französisch weniger Sprecher in Europa hat und eigentlich nur Weltsprache ist da es als Lingua Franca in den ehemaligen französischen Kolonien in Afrika verwendet wird. Das heißt natürlich auch, dass es Sprachen sind wo man auch einfach Sprecher aus Niedriglohnländern finden kann.

            • Successful_Try543@feddit.orgOP
              link
              fedilink
              arrow-up
              3
              ·
              8 days ago

              Deutsch ist für Englischsprechende vor allem deswegen schwierig, weil wir eine komplexere Grammatik haben. Dieser Aspekt dürfte Sprechern baltischer und slawischer Sprachen jedoch vertraut sein. Wie im Deutschen auch, gibt es im Lettischen z.B. 4 Fälle in denen Substantive dekliniert werden und 6 Zeitformen in die Verben konjugiert werden.